Heike Bareiß,
Gesang mit Freude teilen

Gut. Ein klein wenig nervös werden die 17 Sängerinnen und Sänger des Chores „Tiramisu“ schon sein, wenn sie im Hauptprogramm des Katholikentags im Mai nächsten Jahres ihren Auftritt haben. Gemeinsam mit den St. Michael-Chorknaben Schwäbisch Gmünd hat der Chor der Klosterbergschule einen Platz in Stuttgart City ergattert. Aber: Sie werden ihre Sache gut machen. Denn sie alle sind hoch motiviert und ChorsängerInnen mit Leib und Seele.

Tiramisu ist eigentlich ein ganz normaler Chor und doch besonders. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren singen voller Inbrunst, sie singen gut, geschult und oft auch mehrstimmig. Dass sie alle eine Form von geistiger Behinderung in sich tragen, ist von untergeordneter Rolle. Die Motivation und die Freude am gemeinsamen Singen ist so groß, dass die von der Pandemie geforderte Probenpause schier unerträglich scheint. „Die Schülerinnen und Schüler sind bitterlich enttäuscht, dass wir momentan nicht proben können“, sagt Heike Bareiß, Sonderschulpädagogin und Chorleiterin von Tiramisu. Aus Erfahrung weiß sie, wie gut sich ihre Schülerinnen und Schüler immer auf die Proben vorbereiten. „Sie lernen alles auswendig und proben in jeder freien Minute zusammen“, erzählt die Chorleiterin. Deshalb ist Tiramisu, gegründet vor 20 Jahren, nun auch auf einem hohen Niveau angekommen. Hat man früher noch einstimmig zu Playback gesungen, so üben die Choristen nun zumeist die Mehrstimmigkeit, begleitet vom Klavierspiel des Konrektors der Klosterbergschule, Andreas Weiß.

Eindrucksvoll ist der Werdegang des Chores. Auftritte in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin oder im Landtag in Stuttgart gehören genauso dazu, wie beim Kulturfestival der Bundesvereinigung Lebenshilfe in Berlin, wo die Sängerinnen und Sänger Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Lied begrüßen durften.

Auftritt im Hauptprogramm des Katholikentags in Stuttgart

Jetzt beginnen dann bald die Proben mit dem renommierten Gmünder Chor der St. Michael-Chorknaben und ihrem Dirigenten Moritz Tempel. „Wir sind schon sehr gespannt auf die gemeinsame Arbeit“, sagen Heike Bareiß und Andreas Weiß.

Die Vermittlung zum Katholikentag stellte indes Gemeindereferentin Bogumila Kucharzewska-Bojdol her. Sie arbeitet in der Klosterbergschule und ist regelmäßig von der großen Offenheit des Kollegiums sowie der Schülerinnen und Schüler begeistert. Das Motto des Katholikentags „Leben teilen“ sieht sie an dieser Schule jeden Tag umgesetzt. „Wir teilen hier unsere Talente und unsere Stärken, wir teilen unser Leben“, ist sie überzeugt. Dass die Verbindung und der gemeinsame Auftritt mit den St. Michael-Chorknaben geklappt hat, finden alle Drei eine tolle Sache. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

24.11.2021/Sibylle Schwenk

Foto (Schwenk): v.l. Heike Bareiß, Bogumila Kucharzewska-Bojdol, Andreas Weiß

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