Michael Stein,
Artikelserie - 7. Gelungene Inklusion im Bereich Arbeit

Der Integrationsfachdienst berät und unterstützt

Michael Stein arbeitet beim Integrationsfachdienst Ostalb in Schwäbisch Gmünd. Gemeinsam mit seinem Kollegen in Schwäbisch Gmünd und  seinen Kolleginnen in Aalen und Ellwangen beraten und unterstützen sie Menschen mit Behinderung, die  auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, und Arbeitgeber, die Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung haben.

Der Integrationsfachdienst arbeitet im Auftrag des Integrationsamtes des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) und ist unter der Trägerschaft der Gemeindepsychiatrie im Ostalbkreis e.V. der zentrale Partner für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Er ist in der Region gut vernetzt und arbeitet eng mit den Schulen, sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung zusammen und kooperiert mit dem Landkreis Ostalbkreis, der Arbeitsagentur, der Deutschen Rentenversicherung, dem Staatlichen Schulamt.

„Unsere Klienten können unseren Dienst während ihres gesamten Arbeitslebens in Anspruch nehmen“ sagt Michael Stein. Er ist stellvertretender Teamleiter des IFD für den Ostalbkreis.

„Die Unterstützung beginnt in der Regel schon oft während der Schulzeit. Wir arbeiten sowohl in der Vermittlung, als auch in der Sicherung von Arbeitsplätzen“, erzählt Michael Stein. Wenn es um die Vermittlung geht, spielen vor allem junge Erwachsene die große Rolle. Der IFD berät Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf bei der beruflichen Orientierung, Vorbereitung, Erprobung und Aufnahme einer geeigneten Ausbildung oder Arbeitsstelle. „Bei einer BWK klären alle Beteiligten gemeinsam, auf welchem Weg er zu einer Anstellung kommen kann. “, so Stein. „Wenn eine Berufsausbildung für den jungen Menschen nicht passt, suchen die Fachberater des IFD nach einem Praktikumsplatz, der seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Im Idealfall führt das Praktikum zu einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.“

Bei Max Knaus lief es so. Er war Schüler der Berufsvorbereitenden Einrichtung (BVE) und ist seit 2014 Teil des Teams von K-Optik in Mutlangen.

Während seiner Schulzeit konnte der Sohn von Geschäftsführerin Ursula Knaus in unterschiedliche Betriebe hineinschnuppern und so seine persönlichen Stärken entwickeln. Nach einer Anstellung in der Montage eines industriellen Unternehmens wechselte er vor einigen Jahren in den Familienbetrieb in Mutlangen.

Zu den Hauptaufgaben des 33-jährigen mit Down-Syndrom gehören Botengänge zur Post, das Sauberhalten des Verkaufsbereichs und der Brillenfassungen. Am liebsten serviert er den Kunden Kaffee zur Begrüßung. „Mancher mag denken, dass das keine großen Aufgaben sind, aber wenn Max einmal krank ist oder frei hat, fehlt er unheimlich“, erzählt seine Schwester Anna Knaus.

„Max ist körperlich fit und benötigt keine technischen Hilfsmittel. Kunden schätzen seine Freundlichkeit und seinen Service. Stammkunden begrüßen ihn mit Namen.“ Im Laufe der Jahre wurden Vorbehalte abgebaut - sowohl bei Angestellten als auch bei Kunden. Viele hatten bisher keine Berührung mit Menschen mit Down-Syndrom. Am Anfang brauche es Zeit und eine positive Grundeinstellung sei wichtig, so Anna Knaus.

Auch nach der Vermittlung bleibt der IFD weiterhin zuständiger Ansprechpartner bei Fragestellungen und Schwierigkeiten im betrieblichen Alltag.

„Die häufigsten  Anfragen haben wir im Bereich der Beschäftigungssicherung“, sagt Michael Stein.  „Zum Beispiel nach einer langen Krankheitsphase sollte der berufliche  Wiedereinstieg gut durchdacht sein“, so Stein. Gemeinsam mit Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Ärzten und Betriebsrat klärt der IFD, ob und wie eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz möglich ist oder welche Veränderungen hilfreich sein können.

Da nur vier Prozent der Behinderungen angeboren sind und die meisten durch Unfälle oder chronische Erkrankungen entstehen, sind Betriebe oft erstmals mit der Thematik konfrontiert und haben hier viele offene Fragen.

Häufig  werden Fragen zur Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten gestellt, aber auch Anfragen  zur speziellen Arbeitsplatzausstattung und zur beruflichen Wiedereingliederung, so Stein. Wichtige Themen sind zum Beispiel finanzielle Förderungen, Kündigungsschutz und Zusatzurlaub.

Der nächste Schritt des  Inklusionsgedankens ist für Michael Stein: „Dass die Menschen, die Inklusion für  sich beanspruchen, nicht immer die Bittsteller sind.“ Michael Stein  wünscht sich, dass künftig mehr Arbeitgeber auf den  Integrationsfachdienst zukommen. „Es gibt in jeder Firma Tätigkeiten,  die für einen Menschen mit Behinderung passen können“, sagt Stein. Max Knaus ist ein gutes Beispiel hierfür.

Informationen im Internet: www.ifd-bw.de

 

Zurück